Ausbildung Hotelfachmann/-frau: Dauer, Struktur und Prüfung
Dein Berichtsheft muss zur Ausbildungsordnung passen, nicht zu einer allgemeinen Vorlage. Die folgenden Angaben sind die Eckdaten, an denen sich Ausbilder und Prüfungsausschuss orientieren.
Der Beruf heißt weiter Hotelfachmann beziehungsweise Hotelfachfrau, die Ordnung dahinter ist aber neu: Seit dem 1. August 2022 gilt die Hotelberufeausbildungsverordnung, und die Gastgewerbeverordnung von 1998 ist aufgehoben. Aus dem früheren Hotelkaufmann ist im selben Zug der Kaufmann für Hotelmanagement geworden. Vorlagen und Merkblätter von vor 2022 beschreiben eine Prüfung, die es nicht mehr gibt.
Geprüft wird gestreckt, eine Zwischenprüfung gibt es nicht. Teil 1 liegt im vierten Ausbildungshalbjahr und deckt die ersten 18 Monate ab. Der Prüfungsbereich heißt „Aufgaben am Empfang und gastronomische Angebote“ und zählt 25 Prozent. Er hat zwei Teile: zwei Arbeitsaufgaben mit 70 Prozent des Bereichs – „Arbeiten am Empfang“ und eine zweite Tätigkeit, die der Prüfungsausschuss aus Gästefeedback bearbeiten, Pflege von Gast- und Wirtschaftsräumen oder Warenannahme und -lagerung auswählt, insgesamt 60 Minuten mit einem situativen Fachgespräch von höchstens 15 Minuten – und schriftliche Aufgaben über 60 Minuten mit 30 Prozent.
Teil 2 hat vier Bereiche: „Veranstaltungen und Food-and-Beverage-Management“ schriftlich in 60 Minuten mit 15 Prozent, „Revenue-Management, Marketing und Verkauf“ schriftlich in 120 Minuten mit 25 Prozent, „Organisation des Beherbergungsbetriebes“ mit 25 Prozent und Wirtschafts- und Sozialkunde in 60 Minuten mit 10 Prozent.
„Organisation des Beherbergungsbetriebes“ ist kein schriftlicher Bereich, sondern ein fallbezogenes Fachgespräch von höchstens 20 Minuten mit 15 Minuten Vorbereitungszeit. Grundlage ist eine von zwei praxisbezogenen Fachaufgaben aus zwei unterschiedlichen Gebieten. Zusammen mit Teil 1 entscheiden also 50 Prozent der Note in Situationen, in denen du sprechen und handeln musst, nicht schreiben.
Wahlqualifikationen kennt die Verordnung nicht. Die Wahl findet auf Prüfungsebene statt: über die zweite Arbeitsaufgabe in Teil 1 und über die Gebiete des Fachgesprächs in Teil 2. Zusätzlich vereinbaren kannst du die Zusatzqualifikation „Bar und Wein“, die gesondert geprüft wird.
Weil so viel über Gespräche entschieden wird, ist das Berichtsheft hier besonders nützlich: Es liefert die Fälle. Ein überbuchter Abend, eine Reklamation, eine Gruppenanreise, eine Veranstaltung mit kurzfristiger Änderung – wer solche Situationen mit Ablauf und Entscheidung notiert hat, geht mit Beispielen ins Fachgespräch statt mit allgemeinen Sätzen.