Ausbildung Fachkraft für Gastronomie: Dauer, Struktur und Prüfung
Dein Berichtsheft muss zur Ausbildungsordnung passen, nicht zu einer allgemeinen Vorlage. Die folgenden Angaben sind die Eckdaten, an denen sich Ausbilder und Prüfungsausschuss orientieren.
Der Beruf ist jung: Er gibt es erst seit dem 1. August 2022. Vorgänger ist die zweijährige Fachkraft im Gastgewerbe aus der Gastgewerbeverordnung von 1998, die zum 31. Juli 2022 aufgehoben wurde. Nicht verwechseln mit der Umbenennung des dreijährigen Restaurantfachmanns – der heißt heute Fachmann beziehungsweise Fachfrau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie.
Die Ausbildung dauert zwei Jahre und hat zwei Schwerpunkte, von denen einer im Ausbildungsvertrag steht: Restaurantservice oder Systemgastronomie. Der Schwerpunkt bringt 16 zusätzliche Wochen in bestimmten Berufsbildpositionen – im Restaurantservice bei Wirtschaftsdienst und Service, in der Systemgastronomie bei Küche beziehungsweise Produktion und beim Umgang mit Gästen.
Geprüft wird nicht gestreckt: Es gibt eine Zwischenprüfung und eine Abschlussprüfung. Die Zwischenprüfung soll im dritten Ausbildungshalbjahr stattfinden und deckt die ersten zwölf Monate ab. Ihr Prüfungsbereich heißt „Wirtschaftsdienst“ und besteht aus zwei gleich gewichteten Teilen: schriftliche Aufgaben in 60 Minuten und eine Arbeitsaufgabe in 60 Minuten. In die Endnote geht sie nicht ein – die Teilnahme ist aber Zulassungsvoraussetzung nach § 43 Abs. 1 Nr. 2 BBiG.
Die Abschlussprüfung hat drei Bereiche. „Produktion und Service“ zählt 60 Prozent und ist zweigeteilt: eine Arbeitsaufgabe über insgesamt 90 Minuten mit 70 Prozent des Bereichs – Bestellung annehmen, beraten, eine einfache Speise oder ein Getränk nach vorgegebener Rezeptur zubereiten und servieren, mit situativem Fachgespräch von höchstens zehn Minuten, wobei der Leistungsschwerpunkt deines Betriebes zugrunde gelegt wird – und schriftliche Aufgaben über 60 Minuten mit 30 Prozent. Dazu „Gasterlebnis, Verkaufsförderung und Warenlagerung“ schriftlich in 90 Minuten mit 30 Prozent, mit nach Schwerpunkt getrennten Aufgaben, und Wirtschafts- und Sozialkunde in 60 Minuten mit 10 Prozent.
Bestanden ist, wenn das Gesamtergebnis mindestens ausreichend ist, mindestens zwei Bereiche mindestens ausreichend sind und keiner ungenügend ist. Eine mündliche Ergänzungsprüfung von 15 Minuten ist nur für die schriftlich zu bearbeitenden Aufgaben möglich und wird 2 zu 1 gewichtet.
Und der Ausblick gehört zur Planung: Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, kann das dritte Jahr anschließen – im Restaurantservice zum Fachmann für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie, in der Systemgastronomie zum Fachmann für Systemgastronomie. In beiden Fällen entfällt Teil 1 der dortigen gestreckten Prüfung und 24 Monate werden angerechnet, wenn die Vertragsparteien es vereinbaren. Dein Berichtsheft läuft dabei ohne Bruch weiter.